LRS2018-03-15T12:41:06+00:00

Lese-/Rechtschreibstörung (LRS) und Rechenstörung

(Legasthenie/Dyslexie/Dyskalkulie)

Von der Diagnostik und Befunderstellung bis hin zur Therapieplanung und Durchführung

Wissenswertes über die Lese-Rechtschreibstörung (LRS)

Man versteht man unter diesem Begriff das Vorhandensein von Schwierigkeiten beim Erwerb der Lesefertigkeiten und, häufig damit einhergehend, des Rechtschreibens. Für eine Diagnose nach ICD-10 (F81.0) wird das Vorhandensein guter allgemeiner kognitiver Fähigkeiten vorausgesetzt, ebenso eine ausreichende Beschulung und der Ausschluss somatischer, neurologischer, psychiatrischer oder anderer Erkrankungen.

Häufig werden die Probleme des Kindes erst nach der erfolgten Einschulung und durch Rückmeldung der Schule erkannt, obwohl es auch im Vorschulalter schon Hinweise gibt, etwa in der Sprachentwicklung (Bsp. Reimwörter bilden).

Schwierigkeiten in der Lesekompetenz, etwa durch sehr langsames Lesen oder häufige Lesefehler und dadurch natürlich erschwertes Sinnverständnis für den Text, fallen besonders ab der 3. Schulstufe auf, da ab nun die entsprechenden Anforderungen besonders hoch werden. Beim Schreiben können bereits früh Probleme bei der richtigen Lautzuordnung auftreten, später verstärkte Probleme beim Anwenden der richtigen Schreibweise etwa bei der Großschreibung oder Konsonantenverdoppelung. Es ist auch möglich, dass diese Schwierigkeiten nur in einem Bereich, beim Lesen oder beim Schreiben, auftreten.

Was ist eine Rechenstörung?2018-03-15T12:36:00+00:00

Eine Rechenstörung umschreibt besondere Schwierigkeiten im Erlernen des Rechnens. Das betroffene Kind zeigt dabei vor allem Schwierigkeiten im Zahlenverständnis, im Stellenwertverständnis und im richtigen Anwenden der vier Grundrechnungsarten. Das korrekte Reihen von Zahlen oder das Erlernen des Einmaleins sind erschwert, Berechnungen werden nur mangelhaft räumlich aufgebaut.

Für eine Diagnose nach ICD-10 (F81.2) wird das Vorhandensein guter allgemeiner kognitiver Fähigkeiten vorausgesetzt, ebenso eine ausreichende Beschulung und der Ausschluss organischer oder neurologischer Defizite bzw. Störungen. Ein weiteres Ausschlusskriterium ist das Vorliegen einer Lese-Rechtschreibstörung (F81.1).

 

Welche Maßnahmen kann ich ergreifen?2018-03-15T12:27:37+00:00

Durch eine umfassende Diagnostik lassen sich gute Fördermöglichkeiten, individuell auf den Stand des Kindes abgestimmt, erarbeiten. Dieser Förderplan sollte nach Abstimmung mit den Eltern sowohl das Arbeiten zu Hause mit passendem Material, als auch eine regelmäßige fachliche Betreuung durch einen Lerntherapeuten umfassen. Im Idealfall findet das außerhäusliche Training 1 Mal pro Woche für 1 Stunde statt, das häusliche Training ca. 1 Mal täglich für maximal 10 bis 15 Minuten. Die Möglichkeiten einer schulischen Förderung sollten ebenfalls in Absprache mit den Pädagoginnen und Pädagogen ausgeschöpft werden.

Wie läuft die Diagnostik ab?2018-03-15T12:27:17+00:00

Der Zeitrahmen dafür umfasst ca. 3 Termine.

Zunächst werden in einem umfangreichen, strukturierten Erstgespräch mit den Eltern (ca. 1 Stunde) alle wichtigen Informationen aus der Vorgeschichte und der aktuelle Stand des Kindes erfasst. Als Vorbereitung darauf wird empfohlen, die wichtigsten Schritte der frühkindlichen Entwicklung zu erinnern, eventuell auch zu notieren, und den Mutter-Kind-Pass mitzubringen. Wünschenswert wäre außerdem das Mitbringen aktueller augen- und HNO-ärztlicher Befunde, um somatische Ursachen ausschließen zu können.

Je nach Fragestellung kommen daraufhin in Terminen mit dem Kind verschiedene psychologische Testverfahren zum Einsatz (kognitive Fähigkeiten, Teilleistungen, phonologische Bewusstheit, Konzentration, Persönlichkeitsverfahren, etc.). Auf eine für das Kind möglichst entspannte Atmosphäre während der Testung wird dabei sehr viel Wert gelegt.

Die Ergebnisse werden in einem psychologischen Befund gut verständlich beschrieben und analysiert sowie in einen konkreten Förderplan eingebaut. Die Befundbesprechung erfolgt abschließend vor Ort.

Wie funktioniert die Therapie und worüber sollte ich Bescheid wissen?2018-03-15T12:28:25+00:00

Das eigentliche Therapieprogramm (Lese-Rechtschreib- oder Rechenprogramm) startet dann, wenn die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg gegeben sind. Das bedeutet, dass Konzentrationsprobleme oder Schwächen in den Teilleistungen Vorrang haben und durch ein gezieltes Training zeitlich vorgezogen werden sollten. Ebenso werden offene Fragen wie z.B. die Seh- oder Hörfähigkeit des Kindes zuvor abgeklärt, um die richtigen Bedingungen zu schaffen.

Das Training holt das Kind dort ab, wo es aktuell in seiner Entwicklung steht, was nicht immer dem Lernstoff der aktuell besuchten Schulstufe entsprechen wird. Dennoch wird nach Möglichkeit darauf geachtet, beim Bevorstehen von wichtigen schulischen Prüfungen in der Therapiestunde auch diese mit vorzubereiten (z.B. Einbau von aktuellen Lernwörtern, Laufdiktaten). Es ist aber nicht mit einer Nachhilfe zu verwechseln!

Beim Vorliegen einer kombinierten Lese- und Rechtschreibstörung wird zunächst die Lesekompetenz gefördert, da sie eine wichtige Voraussetzung für alle weiteren Lernschritte darstellt.

Eine Therapiestunde umfasst 60 Minuten, dabei wird das Intensiv-Training 20 Minuten nicht überschreiten. Dies ist wichtig, um das Kind nicht zu überfordern und die Motivationslage dauerhaft aufrecht zu halten. Die restliche Zeit wird spielerisch an den Teilleistungsbereichen des Kindes und seiner Aufmerksamkeit sowie mit mentalen Techniken, Aktivierungs- und Entspannungsmethoden gearbeitet.

Verlaufskontrollen dienen der regelmäßigen Überprüfung der Effizienz bei den gewählten Methoden, sie werden dem Kind und den Eltern entsprechend rückgemeldet. Auch eine Kommunikation und Rücksprache mit den verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen ist möglich, wenn erwünscht.

Wann ist man wieder fertig?2018-03-15T12:29:07+00:00

Die Schwere der Symptomatik kann sehr unterschiedlich sein, ebenso wie die Ursachen und das Arbeitstempo sehr variieren können. Eine rasche Lösung des „Problems“ zu versprechen ist unrealistisch und wäre damit unseriös. Man kann von einem zeitlichen Therapierahmen von 1 bis 2 Jahren ausgehen, vorausgesetzt es findet ein konsequentes und wöchentliches Therapieprogramm statt, ebenso wie die konsequente Umsetzung von häuslichen Trainingsmaßnahmen.

Eine endgültige „Heilung“ ist ebenfalls unrealistisch, sehr wohl realisierbar ist jedoch das Erlernen eines positiven Umganges mit der Problematik und damit das Schaffen bestmöglicher Voraussetzung für das lebenslange Lernen, wofür vor allem die Kulturtechnik des Lesens sehr wichtig ist!

Wie funktioniert die Anmeldung und viel kostet die Therapie?2018-03-15T12:29:43+00:00

Die Anmeldung erfolgt nach telefonischer Kontaktaufnahme und einem unverbindlichen Erstgespräch.

Das Honorar für eine Therapiestunde (60 Minuten) beträgt 40 Euro. Die Verrechnung findet jeweils zum letzten Termin eines Monates statt.

ORT

Praxis Haus am Bach:

Fabrikgasse 9

3200 Ober-Grafendorf

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ORGANISATORISCHES

Pro Einheit € 40

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