Das eigentliche Therapieprogramm (Lese-Rechtschreib- oder Rechenprogramm) startet dann, wenn die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einstieg gegeben sind. Das bedeutet, dass Konzentrationsprobleme oder Schwächen in den Teilleistungen Vorrang haben und durch ein gezieltes Training zeitlich vorgezogen werden sollten. Ebenso werden offene Fragen wie z.B. die Seh- oder Hörfähigkeit des Kindes zuvor abgeklärt, um die richtigen Bedingungen zu schaffen.

Das Training holt das Kind dort ab, wo es aktuell in seiner Entwicklung steht, was nicht immer dem Lernstoff der aktuell besuchten Schulstufe entsprechen wird. Dennoch wird nach Möglichkeit darauf geachtet, beim Bevorstehen von wichtigen schulischen Prüfungen in der Therapiestunde auch diese mit vorzubereiten (z.B. Einbau von aktuellen Lernwörtern, Laufdiktaten). Es ist aber nicht mit einer Nachhilfe zu verwechseln!

Beim Vorliegen einer kombinierten Lese- und Rechtschreibstörung wird zunächst die Lesekompetenz gefördert, da sie eine wichtige Voraussetzung für alle weiteren Lernschritte darstellt.

Eine Therapiestunde umfasst 60 Minuten, dabei wird das Intensiv-Training 20 Minuten nicht überschreiten. Dies ist wichtig, um das Kind nicht zu überfordern und die Motivationslage dauerhaft aufrecht zu halten. Die restliche Zeit wird spielerisch an den Teilleistungsbereichen des Kindes und seiner Aufmerksamkeit sowie mit mentalen Techniken, Aktivierungs- und Entspannungsmethoden gearbeitet.

Verlaufskontrollen dienen der regelmäßigen Überprüfung der Effizienz bei den gewählten Methoden, sie werden dem Kind und den Eltern entsprechend rückgemeldet. Auch eine Kommunikation und Rücksprache mit den verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen ist möglich, wenn erwünscht.